20. April 2021 13:00 Uhr

Positive Aussichten für Gold - trotz schwachem ersten Quartal

Carsten Mumm - Chefvolkswirt und
Leiter der Kapitalmarktanalyse
Privatbank Donner & Reuschel

Trotz des zumindest in Europa anhaltenden Dauer-Lockdowns, weltweit explodierender Staatsschulden, niedriger Nominalzinsen und steigender Inflationsperspektiven fiel die Notierung der „Krisenwährung“ Gold nach Erreichen neuer Allzeithöchstkurse über 2.000 US-Dollar pro Feinunze im August 2020 auf nur noch knapp 1.700 USD Ende März 2021 zurück. Im zweiten Halbjahr 2020 hatte der Goldkurs zunächst unter der weltweit einbrechenden Nachfrage nach Goldschmuck, der wichtigsten Nachfragekomponente, im Zuge der globalen Rezession zu leiden. So wurde im Gesamtjahr 2020 34 Prozent weniger Gold vonseiten der Schmuckindustrie geordert. Seit dem Jahreswechsel haben dann die weltweit haussierenden Aktienbörsen einige Anleger zu Umschichtungen aus Edelmetallen veranlasst, nachdem die Nachfrage zu Investmentzwecken im Vorjahr mit einem Plus in Höhe von 40 Prozent noch förmlich explodiert ist. Zudem hat der relativ deutliche Zinsanstieg, allen voran in den USA, lange nicht vorhandene Anlageopportunitäten gebracht, die parallel stark gestiegenen Kryptowährungen haben Kapital angezogen und ein festerer USD sorgte wie gewöhnlich für eine sinkende Goldnachfrage aus anderen Währungsräumen. Und tatsächlich sind es gerade Gold-ETFs, die im ersten Quartal mit einem Minus in Höhe von mehr als 150 Tonnen erhebliche Mittelabflüsse erfuhren, nachdem Anleger im Vorjahr noch mit Rekordsummen den Kauf von 877 Tonnen Gold durch ETFs veranlasst hatten. Dem Bruch einiger charttechnisch wichtiger Unterstützungen folgte die Etablierung eines nachhaltigen Abwärtstrends.

Es ist jedoch davon auszugehen, dass auch die US-Notenbank Fed einem weiteren deutlichen Zinsanstieg nicht tatenlos zusehen wird, um die Refinanzierung der besonders in den USA stark steigenden Staatsschulden nicht zu gefährden. Nach Abzug der zuletzt deutlich auf 2,6 Prozent gestiegenen Inflation dürften die Realzinsen somit auch im US-Dollarraum tief negativ bleiben und den Anstieg des US-Dollar begrenzen. Zudem ist angesichts des mittlerweile stärker gefallenen Goldpreises und aufgrund der in den kommenden Monaten zu erwartenden globalen wirtschaftlichen Erholung mit stark überdurchschnittlichen Wachstumsraten auch mit einer kräftigen Steigerung der Nachfrage aus der Schmuckindustrie zu rechnen. Nach der zuletzt gelungenen Stabilisierung bei etwa 1.700 US-Dollar stehen die Chancen für eine weitere Erholung der Goldnotierungen in den kommenden Monaten gut.

Die Pleite des Hedgefonds Archegos und die spekulationsgetriebenen Kurssprünge bei einzelnen Aktien, bspw. Gamestop, am Anfang des Jahres verdeutlichten, dass die derzeitige Situation nicht ohne Risiken für Kapitalanleger ist. Sollte es in den kommenden Monaten erneut zu größeren Turbulenzen an den internationalen Börsen kommen, dürfte Gold die von Anlegern erhoffte Funktion als „sicherer Hafen“ der Geldanlage wieder unter Beweis stellen.

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