28. April 2021 13:00 Uhr

Die Rotation in zyklische Value-Aktien

Dirk Arning - Geschäftsführer
Investmentclub „Actien Club Coeln“


In den zurückliegenden sechs Monaten schnitten Anleger mit sogenannten Value-Aktien besser ab als mit Wachstums- und Technologie-Aktien. Zeitweilig kam es zu regelrechten Umschichtungen. Ausmaß und Dauer dieser Rotation sind jetzt eine zentrale Frage für Aktieninvestoren. Das Enttäuschungspotenzial bei einst favorisierten Erfolgsgeschichten ist groß - wie jüngst das Beispiel Netflix zeigte. Und welches Aufholpotenzial in zuvor „abgeschriebenen“ Zyklikern liegt, zeigt die Kursrallye von Automobilaktien wie Volkswagen.

Im Sommer vergangenen Jahres habe ich an dieser Stelle auf die große Schere zwischen Wachstum- („Growth“) und Substanz- („Value“) Aktien hingewiesen. Über zwölf Monate war der Vorsprung des MSCI Growth Index gegenüber dem MSCI Value auf über 30 Prozentpunkte gewachsen. Auf ein weiteres Auseinanderlaufen zu setzen, erschien zunehmend riskant. Und tatsächlich begann sich die Schere wenige Wochen später zu schließen: Im vergangenen November freuten sich die Aktienmärkte über die Ankündigung wirksamer Corona-Impfstoffe, und vor allem die Verlierer-Aktien der Shutdown-Maßnahmen erlebten eine Kursrallye.
Zu regelrechten Umschichtungen von Wachstums- in Substanz-Aktien kam es dann im Februar dieses Jahres. Auslöser dafür war der fortgesetzte Anstieg der Zinsen an den Anleihemärkten. Die Rendite von US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit war binnen sechs Monaten von nur 0,5 auf 1,25 Prozent gestiegen. Bis Ende März setzte sich der Anstieg auf 1,75 Prozent fort. Hintergrund waren zunehmende Anzeichen für eine rasante Erholung der Weltkonjunktur und damit die Sorge vor einer Rückkehr der Inflation. Dieses Szenario macht vermeintliche Wachstums-Aktien zu relativen Verlierern. Im laufenden Jahr ist das Plus des MSCI Value mit 13,2 Prozent (bis Mitte April) fast doppelt so hoch wie der Zuwachs des MSCI Growth mit 7,8 Prozent. Und über zwölf Monate ist der Rückstand der Value-Aktien von über 30 auf 8 Prozentpunkte geschrumpft. Die Schere könnte sich weiter schließen. Denn die immer noch hohe Bewertung vieler Wachstums- und Technologie-Aktien stützt sich auf niedrige Zinsen und die Erwartung höheren Gewinnwachstums. Während eines Konjunkturaufschwungs steigen die Gewinne bei sogenannten „zyklischen“ Unternehmen aber stärker als bei konjunkturunabhängigen Unternehmen. Und die Entspannung an den Rentenmärkten im April muss nicht von Dauer sein. Das Thema Inflation dürfte die Börsen auch im zweiten Halbjahr beschäftigen.

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