06. Oktober 2021 13:00 Uhr

Gewinnerwartungen und Aktienkurse sinkend

Sven Weisenhaus - Chefredakteur
Stockstreet.de

Die Aktienmärkte haben jüngst nachhaltiger konsolidiert. Der Fall Evergrande sei unter anderem dafür verantwortlich, so die Berichte vieler Medien. Doch viel plausibler als Grund ist der gleichzeitige Rückgang der Gewinnerwartungen und der Aktienindizes.

Die Notenbanken weisen immer stärker darauf hin, dass die Zeit der ultra-expansiven Geldpolitik bald zu Ende gehen wird. Getrieben werden die Währungshüter dabei von der Einsicht, dass der Inflationsanstieg nicht so schnell vorübergeht, wie gedacht. Zugleich wird immer deutlicher, dass das Tempo der Konjunkturerholung nachlässt. Beides kann mit Materialknappheit und Lieferkettenproblemen begründen werden, die ebenfalls länger anhalten als erwartet. Und dies drückt auf die Aktienmärkte.

Das gilt insbesondere für Wachstumswerte. Denn die anhaltend hohe Inflation und die damit verbundene Aussicht auf ein schnelleres Tapering haben die Renditen am Anleihemarkt seit der jüngsten Pressekonferenz der US-Notenbank kräftig steigen lassen. Und steigende Renditen sind insbesondere eine Konkurrenz für Growth-Aktien. Ob sich daraus nur eine saisonale Schwäche oder eine Herbstkorrektur entwickelt, bleibt abzuwarten.

Die gesamte Gemengelage führt jedenfalls inzwischen auch zu sinkenden (!) Gewinnerwartungen (siehe dunkle Linie in der Grafik). Seit dem 9. September geht es hier abwärts, bislang auf das Niveau von Ende Juli.
 
Fast zeitgleich ging es mit dem S&P 500 abwärts (helle Linie), ebenfalls auf das Niveau von Ende Juli. Es zeigt sich also ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Gewinnerwartungen und Kursentwicklung.
Den meisten Medien war dagegen zu entnehmen, dass vor allem die Sorge um das chinesische Immobilienunternehmen Evergrande für die jüngsten Kursverluste verantwortlich sei. Doch diese Argumentation ist zweifelhaft, weil die finanziellen Probleme schon früher bekannt wurden.

Stattdessen sollte man die Preise für Vorleistungsgüter im Auge behalten, da diese auf die Margen drücken, wenn Preissteigerungen nicht 1:1 an Kunden weitergereicht werden können. Sinken daher die Gewinnerwartungen weiter, dürfte dies auch für die Aktienindizes gelten.
In meiner vorangegangenen „Börsen Aktuell“-Analyse vom 18. August hatte ich auf den saisonal schwachen September hingewiesen und Gewinnmitnahmen propagiert. Setzt sich die Korrektur nun fort, sehe ich gute Chancen, die verkauften Positionen günstiger zurückzukaufen.

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